Mittwoch, 28. Oktober 2015

Upcycling No7 - Turnkasten als Aufbewahrungskiste

"Da komm ich nie drüber!", dachte sich manch einer von uns, als er früher im 
Sportunterricht mit schweißnassen Händen an vorderster Stelle der Schlange
vor dem viel zu hohen Turnkasten stand.
Aber fast alle kamen drüber... irgendwie. Die einen anmutig und graziös, andere 
hingegen entwickelten ihre ganz eigene (oftmals schmerzhafte) Sprungtechnik.

Mein neues Upcycling-Projekt entstand aus einem ausgedienten Turnkasten, 
an dem wahrscheinlich noch ein Hauch von Angstschweiß haftet.
Das Leder ist ziemlich stark abgegriffen und rissigÜber die Jahre hat das Leder
eine schöne Patina entwickelt - hört sich doch besser an.


Den Turnkasten habe ich zu einer Aufbewahrungskiste umgebaut... umbauen
lassen. Meine bessere Hälfte ist handwerklich viel geschickter und musste
wieder einmal herhalten (Mitleids-Kommentare an ihn könnt ihr hinterlassen, 
werden aber nicht in jedem Fall an ihn weitergeleitet).

Jetzt steht der ehemalige Turnkasten bei uns im Flur und ist nicht nur Sitz-
gelegenheit zum Schuhe anziehen, sondern für die kommende kalte Jahreszeit
auch idealer Stauraum für Mützen, Handschuhe, Schals, Decken & Co. 





Der Umbau ist recht einfach... zumindest für handwerklich routinierte Hände.

Material
Kreissäge
Schleifpapier
2 Scharniere
Holzplatte
evtl. Dämpfer und 4 Filzgleiter

Deckel mit einer Kreissäge absägen.
Mit feinem Schleifpapier (120) die Kanten abrunden. 
Die beiden Scharniere an der hinteren Seite verschrauben.
Wer möchte, dass der Deckel nach dem Öffnen von alleine offen bleibt, 
kann auf einer Seite noch zusätzlich einen Dämpfer anbringen.
Da der Kasten unten offen ist, wird als Boden eine Holzplatte benötigt,
die passend zugesägt und einfach in den Kasten eingelegt wird.
Es ist sinnvoll, Filzgleiter unter die Fußsockel zu kleben, damit der Boden
nicht verkratzt wird.



Wo habt ihr eure Accessoires für die kalte Jahreszeit untergebracht?

Herzliche Grüße,
Sabine


Meine bisherigen Upcycling-Projekte





Samstag, 17. Oktober 2015

Schwarzwälder Eicheltorte mit herbstlichem Farbkupfer

Zu Jules Geburtstag gab es in diesem Jahr eine etwas andere Schwarzwälder Kirschtorte.
Obwohl... Bei genauer Überlegung bestand die Torte aus den gleichen Komponenten wie 
bei einer echten Schwarzwälder - mit dem einzigen Unterschied, dass für den Überzug 
die Sahne und die Schokoladenraspel nicht getrennt auf den Kuchen kamen, sondern zu 
einer Ganache vereint wurden. Geschmacklich also durchaus vergleichbar!





Die zauberhaften Quasten mit den Eichelköpfchen habe ich kürzlich bei 
Petra und Jinx entdeckt. Die Anleitung dazu findet ihr auf ihrem stilvollen 
und ideenreichen Blog House No.12
Anstatt der Luftmaschenkette habe ich die Kordel einfach aus 3 Fäden 
zusammengeflochten - die Häkelnadel war gerade unauffindbar.
Die Quasten sind nicht nur als Geschenkeanhänger einsetzbar. 
Damit könnt ihr auch wunderbar eure Wohnung aufmotzen, indem ihr 
Vorhänge, Schränke, Türen, Kerzenleuchter etc. damit verziert.





Für die essbaren Eicheln auf der Torte habe ich zuerst aus einer Baisermasse
Hütchen gespritzt und gebacken.
Die Deckel wurden aus einem dunklen Mürbeteig hergestellt.
Dazu habe ich mit einem runden Ausstecher (geht auch ein Apfelausstecher)
kleine Kreise ausgestochen und in die Mitte eine Nelke als Stil gedrückt -
die sollte man später besser nicht mitessen.
Nach dem Backen wurden die Deckel mit etwas Kuvertüre bestrichen und an
die Baisers geklebt.

Die Blätter habe ich aus weißem Fondant geformt - passend zur Tortenplatte.







Kleine Schwarzwälder Eicheltorte
(15 cm Durchmesser)

Teig
100 g Kuvertüre
50 g Butter
4 Eier
120 g Zucker
70 g Mehl
30 g Speisestärke
2 TL Backpulver

Füllung
1 kleines Glas Kirschen (370 g Abtropfgewicht)
davon der Kirschsaft
zum Andicken etwas Speisestärke (oder Tortenguß oder Agar Agar)
200 ml Sahne
1 Pck. Vanillezucker
1Pck. Sahnesteif

Ganache
200 ml Sahne
400 g Zartbitterschokolade

Für den Teig Kuvertüre zusammen mit der Butter im warmen Wasserbad schmelzen. 
Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Eigelb und Zucker schaumig rühren. 
Mehl, Stärke und Backpulver mischen, über die Eier-Zuckermasse sieben und 
unterrühren. Den Eischnee locker unterheben. Bei 170° ca. 15-20 min. backen. 
Ich habe 3 mal in der kleinen Form gebacken.

Während des Backens kann die Kirschfüllung vorbereitet werden. Dazu die 
Kirschen durch ein Sieb gießen und den Saft in einem Topf auffangen.
Speisestärke (oder Tortenguß oder Agar Agar) in den kalten Saft einrühren
und dann zum Kochen bringen. Kirschen hineingeben. Es sollte nach dem 
Erkalten eine zähflüssige Masse sein.

Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. 

Für die Ganache Sahne in einem Topf aufkochen. Zerkleinerte Zartbitterschokolade
mit einem Schneebesen unterrühren, bis sie geschmolzen ist. 
Danach auskühlen lassen (evtl. im Kühlschrank), bis sie die Konsistenz einer
streichfähigen Butter hat, eher etwas weicher.

Jetzt kann gestapelt werden:
Wer möchte, kann die 3 Böden mit Kirschwasser tränken. Ich habe es nicht 
gemacht, weil die Kinder es nicht mögen.
2 Böden mit jeweils der Hälfte Kirschmasse und der Hälfte Sahne bedecken.
Zuletzt den dritten Boden oben auflegen.

Zum Schluss die Ganache mit einem Messer und/oder Tortenschaber auf den
Kuchen auftragen und ihn nochmals in den Kühlschrank stellen, damit die 
Ganache fest wird. Danach mit selbst gemachten Eicheln und Fondantblättern 
garnieren.







Falls von der Ganache noch etwas übrig bleibt (und das wird es!) könnt ihr 
sie mit etwas Milch erwärmen und kommt so in den Genuss einer leckeren 
Trinkschokolade - oder ihr streicht die Ganache am nächsten Morgen auf euer 
Frühstücksbrot.



Bezugsquellen:
Tortenplatte "Blätter" und Geschenkanhänger "Blatt" von Räder
Mugtail-Tasse "Eichhörnchen" (nur solange der Vorrat reicht) von La Maison


Liebe Grüße aus dem Schwarzwald,

Sabine





Montag, 12. Oktober 2015

Happy Birthday, kleine Heldin!

Für meine kleine Heldin gibt es heute eine besondere Geburtstagsüberraschung. 
Ich freue mich riesig darüber, dass ich heute eine ihrer süßen Geschichten veröffentlichen darf, die von der großgartigen Johanna von Panicpen illustriert wurde. Johanna ist eine begnadete Illustratorin und ich bin jedes Mal begeistert von ihrer Kreativität und ihrer Liebe zum Detail.


FRAUENHELDEN

Vor ungefähr 555 Jahren lebte eine Prinzessin mit einem Ritter auf einer Burg. 
Doch gerade als Prinzessin Lola ihren Schönheitsschlaf machte und Ritter Bruno Stellung hielt, 
kam der Drache Gerold, packte den Ritter am Arm und flog mit ihm davon. 
Der Ritter rief um Hilfe.



Davon wurde Lola aus ihrem Schönheitsschlaf geweckt und schaute aus ihrem Fenster. Da sah sie, wie der Drache mit dem um Hilfe bettelnden Bruno hinter den hohen Tannen verschwand.


Dann pfiff Lola so laut, dass fast ihr güldener Panzerspiegel einen Sprung bekam. Nur ein paar Sekunden später sah man von Weitem einen pinken Drachen, der pinken Lippenstift trug und pinke Augen hatte. 

Und nur weitere kurze Sekunden später landete der pinke Drache namens Pinkie im Hof. Übrigens, Lola und Pinkie sind gut befreundet. Außerdem ist Pinkie im Gegenteil zu Gerold ein netter Drache.



Schnell erklärte Lola Pinkie alles. 

Dann fassten sie einen Entschluss: "Wir müssen Bruno befreien!"
Also zog sich Lola ihre Ritterrüstung an, setzte Pinkie einen Helm auf, damit beim Kämpfen nicht ihre Frisur ruiniert werden konnte und schwang sich auf Pinkie.
Nun flogen sie zur Drachenburg.

Dort angekommen versteckten sie sich hinter einem Felsen und lauschten.

Nun wagte Lola einen schnellen Blick über die Felsen. 
Sie sah, wie Gerold gerade sämtliche Kräuter schnippelte und mit sich ein Selbstgespräch führte.
Er redete: "Ach, das wird ein schöner Braten. Mit Petersilie, Schnittlauch und anderen Gewürzen schmeckt der Ritter sicherlich gut. Hoffentlich habe ich noch genügend Paniermehl."



Pinkie und Lola bekamen Gänsehaut. Doch dann nahm Lola all ihren Mut zusammen, schlich zu Bruno, der über einer Art Topf baumelte, schnitt flink das Seil durch, fing ihn geschickt am Kragen auf und zog ihn hinter sich her, bis sie ihn hinter den Felsen gezerrt hatte.


Nun goss der Drache glühend heiße Lava in den Topf, gab die Kräuter dazu und wollte gerade das Seil durchbeißen, als er bemerkte, dass der Ritter gar nicht mehr daran hing.

Im selben Moment aber piekste Lola mit ihrem Schwert von hinten in den Po von Gerold, so dass er das Gleichgewicht verlor und in die Lava fiel und kochte.

Na ja, man musste wirklich kein Genie sein, um zu wissen, dass man nun nie mehr etwas von Gerold hören würde.


Und so flogen Lola, Pinkie und der immer noch sehr geschockte Bruno zurück in die Burg.


Übrigens, von Gerold hat man wirklich nie wieder etwas gehört, und das wird hoffentlich die nächsten Millionen Jahre so bleiben.




Allen Helden des Alltags eine schöne Woche,

Sabine

Freitag, 9. Oktober 2015

Herbstdeko im Zickzack-Look

Alle Welt ist im Zickzack-Fieber und auch ich habe mich anstecken lassen.



Anfang September ist der filigrane Zickzackstrauch in unser Haus eingezogen und
hat nun seinen Platz in der Durchreiche zur Küche gefunden. Und er lebt noch!

Obwohl er recht dunkel steht und nur einmal die Woche etwas zu trinken bekommt.
Genau das richtige Pflänzchen für meinen erfahrenen grünen Daumen.



Passend zum Bonsai hat auch der Bilderrahmen ein herbstliches Innenleben mit
Zickzack-Background erhalten.





Die schwarze Dose ist gefüllt mit Trockenobst, das wir in der letzten Zeit gedörrt
haben und steht an dem Platz für alle Kinder- und Ewachsenenhände griffbereit.

Auch wenn jeder Gast beim Anblick der weißen Stellen auf dem Obst erst einmal
fragt: "Ist das Schimmel?"und ich beschwichtige: "Nein, Jule hat beim Backen flüssige
weiße Schokolade auf das Obst gespritzt"! - es will niemand so richtig glauben.
Auch gut, dann bleibt für uns mehr übrig.



Ein schönes Wochenende,

Sabine

P.S. Dörren ist so einfach! Wer kein Dörrgerät besitzt (ich habe meins von der Nachbarin
ausgeliehen und seit Wochen in Beschlag), einfach das Dörrgut auf die Heizung legen.
Als Unterlage reicht etwas Backpapier.



Freitag, 2. Oktober 2015

Herbstlicher Tassencrumble mit Apfel und Vanillepudding

Vor Freude bin ich gerade wie verrückt auf der Stelle gehüpft. Oder wie es Jule 
vor Kurzem ausgedrückt hat, als sie fröhlich durch das ganze Haus gehoppelt ist:
 "Ich habe gerade zu viel Energie in meinem Körper und muss sie rauslassen."

Soeben habe ich nämlich das Fotobuch für Jule hochgeladen, das sie bald zu ihrem 
runden Geburtstag geschenkt bekommt. Darin habe ich die schönsten Bilder der 
vergangenen 10 Jahre für sie zusammengestellt - als kleines Erinnerungsstück für später.
Tausende Fotos habe ich in den letzten Tagen (und Nächten) am Computer angeschaut. 
Nicht selten bin ich an dem ein oder anderen Bild hängengeblieben und habe mich an 
den schönen Urlaub/ein freudiges Ereignis/eine lustige Situation zurückerinnert -
was das Ganze natürlich zusätzlich in die Länge gezogen hat.

Aber nun ist es geschafft und ich darf euch diesen herbstlichen Tassencrumble 
vorstellen, den ich den Kids heute serviert habe.












Kennt ihr diese Apfelmaschine, die jeden Apfel innerhalb von Sekunden schält,
schneidet und entkernt - und vor allem kleine Jungs in den Bann zieht?
Das liegt höchstwahrscheinlich in den Genen, wenn man bedenkt, dass so eine
3in1-Apfelmaschine Hobel, Säge und Bohrer in Einem ist.
Was braucht ein Mann mehr?

Und plötzlich verschlingen die größten Obst-Verweigerer Unmengen dieser lustigen
Apfelspiralen, so dass ich mit dem Schälen manchmal nicht mehr hinterherkomme.
("Waaas? Mein Sohn hat Äpfel gegessen? Die isst er doch sonst NIE!")









Tassencrumble mit Apfel und Vanillepudding

Streusel
100 g weiche Butter
100 g Zucker
130 g Mehl
50 g Haselnüsse

Vanillepudding
500 ml Milch
1 Vanilleschote
1 El Zucker
1 Pck Vanillezucker
3 Eigelb
1 El Speisestärke

6 kleine Äpfel
6 Tassen

Für die Streusel weiche Butter, Zucker, Mehl und Haselnüsse mischen und mit 
der Hand zu Streusel krümeln.

Für den Vanillepudding ausgekratzte Vanilleschote in die Milch geben und 

in einem Topf aufkochen. In der Zwischenzeit Eigelb zusammen mit Zucker 
und Vanillezucker in einer Rührschüssel zu einer dicken Masse aufschlagen.
Zum Schluss Speisestärke unterrühren.
Die Masse unter ständigem Rühren in die Milch geben und nochmals aufkochen.

Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen - z.B. mit einer Apfelmaschine.

Ca. 3 EL Vanillepudding in eine Tasse geben, einen ganzen geschälten und 
entkernten Apfel draufsetzen und das Kernloch ebenfalls mit Pudding füllen. 
Die Streusel darüber verteilen. Ergibt ca. 6 Tassen. Im vorgeheizten Backofen 
bei 180° ca. 35 Minuten backen. 
Unbedingt warm servieren!









Ein schönes Herbst-Feiertagswochenende,
verkrümelt euch nicht!:)

Sabine