Samstag, 11. Februar 2017

"Eröffnen wir zusammen eine Kaffeerösterei?"

Als mir mein Mann vor über einem Jahr leichtsinnig diese Frage stellte, antwortete ich 
spontan: "Ja, das machen wir!" 
(ich glaube ja mit dieser Reaktion hatte er nicht unbedingt gerechnet)

Auf einmal nahm unser Leben eine ganz neue Wendung.
Er kündigte seinen sicheren Job in der Automobilbranche und eignete sich das notwendige
Know-How an, um als Kaffeeröster Fuß fassen zu können.

Ihr könnt euch die Reaktionen im Freundes- und Familienkreis vorstellen: 
Von "Super toll!" bis zu "Das ist aber mutig!" (auf Deutsch: "Ihr habt wohl nicht alle Tassen 
im Schrank!") war alles dabei.





Wir ergänzten uns wunderbar - während ich mich um den kreativen Teil wie Location-
Auswahl, Einrichtung und Corporate Design kümmerte, erledigte mein Mann den 
organisatorischen und bürokratischen Kram mit den vielen Ämtern und ihren Auflagen...
Warum mussten wir unsere Rösterei auch unbedingt in einem alten historischen Fabrik-
gebäude verwirklichen! 

Außerdem übernahm er sämtliche technische und handwerkliche Arbeiten - nach genauer 
Anleitung versteht sich;)
Ich: "Kannst du die Lampen aufhängen? Am liebsten so, dass die Kabel nicht sichtbar
sind und in der Decke verschwinden."
Er: "Kein Problem, ich steig nur mal kurz unter die Decke und robbe auf der staubigen,
dünnen und viel zu engen abgehängten Zwischendecke mal eben zu der Stelle, an der 
die Lampen hängen."

Für mich blieben handwerklich niedere Arbeiten wie Streichen & Schleifen übrig -
dafür hatte mein Mann kaum Mitspracherecht, was das Interieur angeht.

Nach über einem Jahr Planen, Organisieren und Werkeln stehen wir nun kurz vor der 
Eröffnung unserer Kaffeerösterei mit Erpressobar.

Ich freue mich sehr, euch heute einige Bilder der Rösterei zeigen zu können.








Bei der Einrichtung war es mir wichtig, den Charakter des Fabrikgebäudes mit seiner 
Backsteinfassade auch im Inneren weiterzuführen. 

Im Laufe des letzten Jahres hielt ich immer wieder Ausschau nach schönen Stücken im
Industrie-Look - ich sammelte Gegenstände und Baustoffe, die mit ihrer Patina ein Stück 
Geschichte erzählen und zum Charme des alten Fabrikgebäudes passen.

Spannend finde ich, Neues und Altes so zu kombinieren, dass es ausgewogen ist und für 
das Auge nicht zu langweilig wird. 
Der alte Rollwagen stammt vom Trödler und fügt sich harmonisch in die gemütliche 
Lounge-Ecke mit den neuen Sofas und den Samtkissen ein - und dient als großzügige 
Abstellfläche für Tassen.

Die alten schwarzen Industrielampen setzen den Tresen und die selbstgebauten Tische ins 
richtige Licht. Und auch die alte, restaurierte Hobelbank ist ein wie ich finde besonders 
schöner Eyecatcher hinter dem modernen weißen Tresen.







Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl morgens in die Rösterei zu kommen,
wenn der Röster bereits läuft und im ganzen Raum ein herrlicher Duft von frisch
geröstetem Kaffee liegt.

Liebe Grüße und habt ein schönes Wochenende,
Sabine


Bezugsquellen
Kissen, Teppich und Gebäckglas von Madam Stoltz
Daybed von House Doctor über Das Tropenhaus
Industrielampen von JOLG
"Eisenwerk Rösterei"-Logo aus Holz von Avie-Art